Geplante Kürzung für Sport-Notfallfonds ist verheerendes gesellschaftspolitisches Signal

June 10, 2020

 

 

  • Kürzungsvorschlag des Finanzministeriums ist genau das Gegenteil von Wertschätzung für den gemeinnützigen Sport

  • WLSB setzt auf Sportministerin Eisenmann und ihre Zusage über
    zehn Millionen Euro Notfallhilfe für Vereine und Verbände

 

 

Die Ankündigung des baden-württembergischen Finanzministeriums, den Corona-Notfallfonds für die Sportvereine im Land von zehn auf vier Millionen Euro kürzen zu wollen, hat im Württembergischen Landessportbund (WLSB) für Fassungslosigkeit gesorgt. „Die Absicht allein ist schon ein verheerendes Signal für die Kinder- und Jugendarbeit und das Ehrenamt im Sport. In der Krise bereits zugesagte Hilfsgelder streichen zu wollen, ist genau das Gegenteil von Wertschätzung für den gemeinnützigen Einsatz von Hunderttausenden in den Sportvereinen“, sagt WLSB-Präsident Andreas Felchle. Offensichtlich habe Finanzministerin Sitzmann für den ehrenamtlichen Sport und dessen gesellschaftliches Engagement für Kinder und Jugendliche, für Senioren, in den Schulen und bei Integration und Inklusion nicht viel übrig, während sie für die Wirtschaft im Land freigiebig Milliarden und Abermilliarden lockermache, ergänzt Felchle.

Erst vergangene Woche hatten der Sport und das zuständige Kultusministerium zügig und reibungslos die gemeinsamen Vorbereitungen für Antrags- und Auszahlungsverfahren von Notfallhilfen für Sportvereine und -verbände abgeschlossen. Am morgigen Dienstag wollte das Kabinett der grün-schwarzen Landesregierung über die Freigabe der bereits zwischen den Parteien vereinbarten Hilfsgelder entscheiden. „Wir erwarten, dass die Zusage von Sportministerin Eisenmann über zehn Millionen Euro für den Sport weiterhin Bestand hat. Sollte sich aber das Finanzministerium durchsetzen, wäre dies ein Schlag ins Gesicht der Ehrenamtlichen in unseren Vereinen“, stellt WLSB-Präsident Felchle klar. Eisenmann hatte in den vergangenen Wochen mehrfach betont, dass sie Vereine und Verbände in dieser Krise zur Seite stehen werde und um die finanziellen Probleme des Sports wisse.

Das Ausmaß der bis dahin bekannten Schäden bei WLSB-Mitgliedsvereinen hatte der Dachverband zwischen Mitte April und Ende Mai abgefragt. Mehr als 2200 der rund 5700 WLSB-Mitgliedsvereine beteiligten sich daran – und damit mehr als jeder sechste in ganz Baden-Württemberg. Hochgerechnet auf alle Sportvereine im Land beliefen sich die bis dahin bekannten Schäden auf mehr als 170 Millionen Euro. „Angesichts dieser enormen Summe macht sich der WLSB große Sorgen, dass die Löcher in den Vereinskassen schon bald auf die Vielfalt und Qualität der Sportangebote, das soziale Engagement der Vereine sowie notwendige Investitionen durchschlagen. Deshalb brauchen wir nach den zehn Millionen Euro des Notfallfonds im nächsten Schritt auf jeden Fall Strukturhilfen, also eine Art ‚Konjunkturprogramm‘ für den Sport“, fordert Felchle.

 

 

 

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